L‘eau Suisse

Draussen ist herrlichstes Sommerwetter, ich sitze in der Küche, neben mir blubbert eine Hühnersuppe und der Dampfabzug macht einen Saulärm. Würde es draussen nicht so winden, würde ich die Fenster öffnen und den Saulärm abstellen. Aber mit Wind fliegt dann so einiges in meiner Wohnung umher, so lasse ich die Fenster zu und begebe mich halt auf mein heissgeliebtes Sofa. Ich merke, im Frühjahr und Sommer wird es ein bisschen vernachlässigt. Vielleicht weil die Sonne abends immer so schön in die Küche scheint inklusive dem Sonnenuntergang? Oder am Morgen es unter meinem Himmelbett, nein in meinem Himmelbett, unter meinem Moskitonetz so gemütlich ist? Und eben auch die Sonne reinscheint. Ehrlich gesagt reinknallt. Nach Sonnenaufgang muss ich bei schönem Wetter den Rolladen runter drehen, sonst werde ich von der Sonne im Bett regelrecht grilliert. Doch so mit dem Rollladen, wo noch ein bisschen die Morgensonne durchscheint und diese Streifen durchs Himmelbett scheinen, ist es grad besonders gemütlich. Ferienstimmung.

Vorhin schälte ich mich aus meinem Pischi, ich bin ein weeneli angeschlagen, quälte mich unter die Dusche und fuhr zuerst in den Bioladen. Wieder zurück setzte ich die Hühnersuppe an und schwang mich danach nochmals auf den Drahtesel mit den leeren drei Kanistern vorne im Korb, um Wasser in Basel vom Brunnen neben dem „Alten Zoll“ zu holen. Ich war nicht die einzige, welche diesen Brunnen gerade aufsuchte. Drei hübsche Girls, wohl aus Saint Louis zu Fuss unterwegs, waren durstig. Dann ein junges Paar, auch eher aus dem Elsass, da mit französischen Kanistern, den Durst stillenden Girls den Vortritt lassend, und hinter mir antanzend ein junger Herr mit dunklen halblangen Locken. Ob sie genug getrunken hätten, wurde gefragt. „Inchallah merci“, kam von den Girls und sie liefen kichernd weiter. Als das junge Paar ihre Kanister voll hatten, liess ich dem durstigen Herren mit lockigem Haar den Vortritt. Sein hübsches Gesicht war ein bisschen lädiert und der erste Backenzahn muss erst kürzlich rausgefallen sein. Mein Hirn malte sich schon einige Stories dazu aus. Zwischen Schlägerei und Selbsthilfe bei Eiterzahn. Jedoch war die Lippe ein bisschen zu malträtiert um der Selbsthilfe-Story glauben schenken zu können. Wobei so ein Zahn auch nicht einfach rauszuziehen wäre und vielleicht die Zange…Was denn da so besonders sei an diesem Brunnen, fragte der junge Herr auf Französisch. Ob dieses Wasser besser sei als zu Hause, und er zeigte auf die Häuser rundum. Nein, nein, war meine Antwort, aber besser als in Saint Louis! „Ah, je comprends!“ rief er lachend „c’est de l’eau Suisse!“ und machte mit der Hand eine kokette Bewegung neben dem Kopf „l‘eau Suisse!“ Als er fertig getrunken hatte, ging er lachend im eleganten Schritt davon. Ja, das Schweizer Wasser! Auch ich musste lachen. Wo doch jetzt das Saint Louis Wasser filtriert wird und das PFAS wieder im grünen Bereich sei, traue ich den Elsässer Behörden trotzdem nicht so recht. Im Basler Wasser hat es sicher auch Rückstände von PFAS drin, vielleicht ein Mü weniger, aber garantiert sicher eine grössere Ansammlung von Kokain, anderen Drogen und Arzneimitteln.

Naja, denk ich da nur. Nach mir die Sintflut! So günstig und legal kommt man nicht so schnell zu Drogen und Arzneimitteln. Und fahre mit dem Basler Wasser ins Elsass.

Zum Wohl !

Zählen

Zählen

Ich liege erschlagen im Bett. Gestern war mein Geburtstag. Es ging aufwärts mit der Nummerei wie jedes Jahr. Ich will jetzt in meinen eher doch jüngeren Jahren der zweiten Hälfte des Lebens nicht wirklich klagen, aber e weeneli darf ich schon.

Null Bock

Null Bock

Nun liege ich auf meinem Sofa und draussen scheint die Sonne. Herrlichstes Wetter. Ich kam eben zurück von Serafino. Im Ofen ist das alte Brot, in der Hoffnung, es wird wieder frisch. Und meine Ohren sausen, als ob ich eine Woche Fasnacht hinter mir hätte. Meine Ohrenwärmer/schoner - Kätzchen sind diese Woche abtrünnig geworden und liegen wohl jetzt irgendwo in einer Ecke, oder auf der Strasse, oder sind schon von jemandem in den Müll befördert worden. Arme Kätzchen.

Marsa Alam

Vor ein paar Tagen war ein Tag mit fischen am Meer angesagt. Also für mich zum Mitfahren, die Umgebung geniessen, schnorcheln und dann zum Lunch den Fang mitessen.

Wir standen um fünf Uhr auf und packten unsere sieben Sachen für den Strand. Dann kam das Telefon, der eine Fischer sei noch am schlafen, somit die von ihm versprochene Beilagen zum Fisch wir selbst organisieren müssten. Also packten wir zu den sieben Sachen noch ziemlich alles aus der Küche ein, was wir fanden inklusive Geschirr, Besteck, Pfannen und Gewürze, dann wurden wir abgeholt. Den Resten wie Holzkohle, Getränke und Falafel zum Frühstück wurde noch kurz eingekauft. Kaum wieder im Auto sitzend, tauchte doch noch der verschlafene Fischer auf. Und los ging’s. Eine Stunde der Küste entlang Richtung Süden. Dann über Sand, Schutt und Steine zu einem der vielen Sandbüchtchen. Während die zwei Sportfischer sich ihrem Equipment widmeten und langsam, ausgerüstet, im seichten Wasser Richtung Riff stiegen und zu angeln begannen, machten wir uns auf den Weg mit unserer Bade- und Schnorchelausrüstung Richtung „Strandparadies“. Eine halbe Stunde zu Fuss, hiess es. Und pünktlich um 13 Uhr müssten wir zurück sein, denn dann wäre das Essen parat.

So spazierten wir von Sandbüchtchen zu Sandbüchtchen. Niemand war anzutreffen. Es war herrlich.

Nur mussten wir feststellen, dass die halbe Stunde Weg von Autofahrern angegeben wurde, die wohl diesen Weg nie begangen sind, geschweige denn sich nur eine Sekunde Gedanken gemacht hätten, dass man mit Flipflops oder Barfuss durch den Sand und knöcheltiefes Wasser spazierend, alles bestaunend und fotografierend, viel langsamer unterwegs war. Und wir somit dreimal länger hatten. Mit meinem selbst gemachtem Sonnenöl war meine Haut in praller Sonne ein wenig überfordert, der starke Wind windete meine mich schützenden Tücher in alle Richtungen, dass ich irgendwann mein Surfshirt anzog, um Ende des Tages nicht überall wie eine Crevette auszusehen. Meine Flipflops waren für dieses Unternehmen auch nicht ein sehr hilfreiches Schuhwerk. Auf halbem Weg entschieden wir uns, oberhalb der Büchtchen auf den Sandklippen zu wandern. Rauf und runter über Stock und Stein. Mit einem herrlichen Blick auf der einen Seite in die Berge und auf der anderen das tobende Meer.

Die Strapazen haben sich gelohnt, der uns versprochene Traumstrand war atemberaubend. Weisser Korallensand, türkisfarbenes Wasser. Ein Paradies. Das Korallenriff ausserhalb gut erreichbar. Nichts als Sand und Meer.

Ein paar reiche ägyptische Familien mit ihren chicen Wüstenfahrzeugen und feinstem Equipment waren da am wild campen. Ich war gerade ein bisschen neidisch.

Im feinsten Sand wanderten wir dann am Strand entlang Richtung Riffeinstieg, welcher sich hinter einem Felsen versteckte. Auch Sonnenschirme (immerhin hübsche) tauchten hinter diesem Felsen auf, eine kleine Strandbar und dahinter ein Parking. Und natürlich zahlreiche Leute, hauptsächlich Italiener, genossen den schönen Strand. So war fertig mit Einsamkeit.

Ich packte meine Schnorchelausrüstung und entschwamm in das Reich der Fische und Korallen.

Wie leider überall in dieser Welt und jetzt auch am Roten Meer, leiden die Korallen an zu warmem Wasser, zu vielen (unerfahrenen) Touristen inklusive respektlosen Instruktoren, zu viel Sonnencremes, zu vielen schlecht befestigteren Booten und auf den Korallen rumspazierenden Fischern. Somit 95% der Korallen hier weiss und kaputt waren. Ein Jammer. Aber trotzdem gab es noch zahlreiche Fische zu entdecken, Schildkröten und auf meinem Rückschwumm sogar einen Riffhai. Ein weeneli unheimlich war mir schon, als mir da dieses graues Wesen entgegen schwamm. Hat es in dieser Gegend doch auch beissige grössere Haie. Und man weiss ja nie. Zurück am Strand, mich unter einen Sonnenschirm von der Sonne rettend, verkündete ich meine Begegnung auch nur ganz leise, denn das Wort „Shark“ kann gerade bei Italienern zu Panik führen. (Vor einem Jahr meinten zwei italienische Schnorchler trotz Warnung es besser zu wissen, wurden prompt von einem Tigerhai angegriffen starben an den Verletzungen.)

Zwar hätte ich dann den Strand für mich alleine gehabt, aber dafür die Einheimischen an der Gurgel.

Zudem war es Zeit, zurückzukehren, da die Herren Sportfischer uns ja den Lunch versprachen. Für den Rückweg zu Fuss reichte es nicht mehr, dazu meine Füsse auch nicht mehr mochten, aber unser Fahrer das Telefon nicht hörte, weil er wohl im Auto schlief, liessen wir uns zurück fahren. Hei hatten wir Hunger.

Mit voller Vorfreude erreichten wir das Sandbüchtchen. Doch kein Räuchlein war zu erblicken, die Fischer waren immer noch am Fischen oder am Fische säubern, somit kein Feuer, kein Reis, kein Salat, kein nichts. Ein Pack Chips rettete meinen Magen und ich bestaunte den Fang. Mit Helfen war auch nichts. Hier galten ägyptische Regeln, ich war ja schliesslich mit Männern unterwegs. Einerseits genoss ich somit das Prinzessinnen Dasein, andererseits fühlte ich mich das „fünfte Rad am Wagen“. Hat man da bei ägyptischen, europäisch angehauchten Outdoor- und Sportmachos nichts zu melden, sondern zuzuhören und zu bestaunen. So sass ich da und malte, mein Bauch grummelte, und die Zeit verging. Das Feuer wollte nicht, der Reis auch nicht, und überhaupt… Bis plötzlich dann, kaum fing ich an diese Zeilen zu schreiben, schon jede Hoffnung aufgebend, je hier mal was von dieser Männermannschaft gekochtes zwischen die Zähne zu bekommen, um 17.30h alles bereit stand, inklusive den frischen herrlichen Fischen. Wir alle hatten so Hunger, gesprochen wurde wenig, ich kam mir vor wie inmitten eines hungernden Strassenhunderudels. Im Nu war alles fertig gegessen. Und noch bevor der letzte Bissen runter geschluckt war, wurde auch schon Hü zusammengepackt. Die Fischer-Herren hatten es eilig. Schwuppdiwupp war alles im Auto und los ging’s.

Zu Hause angekommen, trugen wir unsere nach Fisch stinkenden Küchenutensilien in die Wohnung und ich durfte dieses Mal echtes Prinzessinnen Dasein geniessen. Währenddessen der Herr in der Küche das Geschirr und die Pfannen von Russ und Fischgestank befreite, kümmerte ich mich um meine zum Teil verbrannte Haut und meine geschundenen Füsse.

Und danach fielen wir beide erledigt ‚in a tüüfa gsunda Schlaf‘.

Ägypten

Ägypten

Nun sitze ich im Bus von Kairo nach Hurgada. Aus dem linken Fenster der Blick aufs Rote Meer im Abendlicht. Auf der rechten Sand, Windmühlen, Gruppen von Bergspitzen und der Sonnenuntergang. In meinem Ohr erklingt Oum Kalthoum. Eine noch heute von der arabischen Welt umhimmelte ägyptische Sängerin.

Eigentlich

Eigentlich

Es ist kurz vor fünf Uhr abends. Ich sitze gerade auf dem Sofa und warte, bis die Kaffeemaschine warm ist. Eigentlich sollte ich ja wegen meinen Restlesslegs so spät keinen Kaffee mehr trinken. In der Stadt ging ich aber am Gilgen vorbei oder eben nicht vorbei, sondern hinein, eine der noch wenigen alteingesessenen, feinen Bäckereien in Basel, und kaufte eine Faschtewaie, ein Streuselweggli und einen halben Russenzopf. Eigentlich viel zu viel. Aber wie das so ist, wenn man mit Hunger reingeht.

Experiment

Experiment

Ich sitze schon wieder oder noch immer auf meinem Sofa, die Kirchenglocke schlägt Acht und mein Magen grummelt. Abendmusik. Mein Magen - wohl ein bisschen verwirrt von seinem Inhalt.

War ich doch am Freitag Nachmittag mit innerer Unruhe im Gemütlich-Modus und nahm mir vor, mein Gemüsewähen-Experiment eine Stufe höher zu schrauben

Leben

Nun sitze ich wieder mal auf meinem Sofa, eingemummelt in meinen Wollstrickmantel. Und bin ganz durcheinander. Was das Leben so alles mit sich bringt. Durch was einen das Leben alles hindurchführt. Wo man sich dann plötzlich im Leben befindet. Was einem das Leben alles für Aufgaben stellt. Wem man im Leben alles begegnet. Was einem diese Begegnungen alles mitgeben.

Digital

Digital

Ich liege auf dem Sofa und draussen windet und schneit es. Eigentlich wollte ich meinen schon seit vier Tagen angefangen Text hochladen, aber durch das immer wieder Nachkorrigieren, mehrheitlich vom Präsenz in die Vergangenheit, da ich immer wieder darüber einschlief, wurde der Text zu zerstückelt und langweilig,

Schimpf

Nun sitze ich wieder alleine auf dem Sofa. Erst noch sass meine Nachbarin bei mir und wir schickten mit meiner Ria-App Geld nach Pakistan. Der Internetverkehr ging grad ein bisschen zähflüssig, aber wenn’s dann mal lief, zack, ist das Geld sofort dort angekommen. Ready to pick up.

Hysterisch

Hysterisch

Nun sitze ich im Kücheneggli, der Ofen brummt. Drin ist eine Krautstiel-Rübli-Wähe. Mit Feta. Mein eindeutiger Wähenkäsefavorit. Bevor ich mit der Wähe anfing, hätte ich am liebsten Brot mit was auch immer in mich hineingestopft, so hungrig war ich. Aber die Krautstiele mit ihren lustigen orangefarbenen Stängel warteten schon seit letztem Mittwoch Abend auf ihren Turnus. So war nix mit schnell schnell essen, dafür gibt‘s dann bald was sehr feines.

Kätzchen

Kätzchen

Mit dem letzten Glas « Neier Siasser » und frischem Fenchel aus dem neuen Gemüsekorb im Magen, was für eine spontane Kombination, liege ich wieder mal auf dem Sofa. Meine Heizung plätschert und draussen grölen die Alkis. Meine Ohren sausen von den zu lauten Sopranblockflöten heute.

Ohrensausen

Ohrensausen

Jetzt liege ich ganz erschöpft aber seelig unter meinem zusammengeknüpften Moskitonetz-Himmel im Bett , meine Ohren rauschen, gerade wieder ein bisschen mehr, aber zu dem warum komme ich noch. Erst einmal klingt noch der Dvorak in mir, den die vielen Frauen so schön gesungen und gespielt haben. Klänge aus Mähren.

Greyerzer

Greyerzer

Nun sitze ich in meinem Lieblingseckli in der Küche, der Ofen surrt, eine neue Kreation Wähe ist da drin. Sozusagen eine „i lueg in mi Kiehlschrank“-Wähe. Alles Gemüse, welches noch herhielt. Lauch, Rübli, eine kleine verschmürzelete Zucchini, Zwiebel, Knobli, u einen Härdöpfel.

Sieben Zwerge

Sieben Zwerge

Nun sitze ich in Sissach vor dem Café, Beine bis und mit Bauch gewärmt von der Sonne, neben mir auf dem Tisch ein Resten Cappuccino, er ist nicht der beste, nebendran aber ein leerer Teller auf welchem nur noch ein paar Krümel zu finden sind, feinstes Laugengebäck ruckzuck aufgegessen, und komme gerade mal zur Ruhe.