Vielleicht doch! Um halb neun die Gewissheit per Textnachricht: „Wir fahren heute um 12.30h.“ Jupiiiii. Firenze wir kommen!
Wer natürlich noch nicht ganz fertig war, dafür eine Hopphopp-Ciabatta im Ofen hatte, war ich.
Chanti‘s Texterei
frei von der Leber
Ich sehe dich an
ich sehe mich
ich sehe mich in dir
ich sehe dich
du siehst mich
ich erkenne dich
du liest mich
ich verwirre dich
ich verliere mich
du verirrst dich
du verwirrst mich
du entfliehst dir
du entfliehst mir
ich stehe da
ich seh dir zu
und verstehe dich
Ihr müsst wissen, ich liebe es zu planen und ich liebe die Vorfreude. Ich kann mich Wochen im voraus auf etwas freuen. Bin ungeduldig und kann es kaum erwarten. Aber (Vorsicht, altbackener Spruch:) das Leben lehrt einem. Bääää.
Was morgen ist? Keine Ahnung! Und noch unvorstellbarer: Ich bin in diesem Moment so was von Ommmm Chanti Ommmm.
Also, stellt euch mal vor:
Es ist jetzt ein Uhr nachts und vielleicht fahre ich morgen in die Ferien. Vielleicht am Mittag, vielleicht abends. Vielleicht mit meinem guten Freund C. Er hat kurzfristig Ferien eingegeben aber die Woche verwechselt, vor drei Stunden herausgefunden. Vielleicht erlaubt ihm morgen früh sein Chef noch kurzfristiger in die Ferien zu fahren, nämlich gleich, aber vielleicht kann er jetzt morgen nicht mit in die Ferien fahren. Vielleicht muss ich alleine fahren. Dann vielleicht besser erst übermorgen oder überübermorgen. Denn heute Abend rief noch jemand an, ob ich vielleicht Interesse an einem Pferd hätte. Vielleicht gehe ich dann morgen dieses Pferd ansehen, welches vielleicht mein zukünftiges Pferd wird. Fragt mich nicht mit welchem Geld, aber vielleicht ergibt sich das dann auch.
Vielleicht findet ihr jetzt, die spinnt total. Vielleicht habt ihr recht. Vielleicht träume ich ja alles und morgen erwache ich und dann ist vielleicht alles anders. Vielleicht kann ich aber auch gar nicht schlafen vor lauter vielleicht.
Vielleicht bin ich doch nicht so Ommmmmmmmmm.....
Sapperlott. Gute Nacht!
So sitze ich am Laptop mit meiner Steuererklärung, letzte Eisenbahn wie immer, meinen Einzahlungen, einem von meiner liebsten Nachbarin ausgegessener Schüssel Dal und mir laufen die Tränen die Backe runter. Nein, nicht wegen dem Saldo. Da ist sowieso Hopfen und Malz verloren. Nein. Mir schmeichelt und mich streichelt gerade Valer Sabadus‘ göttlich seidene Stimme um und in die Ohren, ins Herz und überhaupt.
Es gibt viele schöne Countertenor-Stimmen, Andreas Scholl, seine Bachkantaten sind wunderschön, mag ich auch, oder Philippe Jaroussky, eher dramatisch angelegt.
Doch Valer Sabadus ist der Killer. Seine Ausdrucksweise, seine Pianostellen, sein feines Verständnis der Dramatik, seine Intonation, seine Perfektion auch in den schnellen Passagen. HolladieWaldfee! Wie ein Rehlein verzaubert er mit seinen Sprüngen und seiner Eleganz die Zuhörer. Ja, kein Hirsch, ein Reh. Fein und zart. Manch eine Operndiva fegt ihn von der Bühne mit ihrer Lautstärke. Aber genau um das geht es. Ist es nicht so, dass oft in den Barockopern es einem die Falten glättet vor lauter vibrierender Lautstärke. Und plötzlich kommt so eine zart und feine Eleganz und singt bis in die hinterste Ecke des Raumes ohne Gebrüll. Ok, die Falten bleiben. Aber für das gäbe es nachhaltigere Methoden.
Zum Glück gibt es nach diesem dramatisch, oder nein, herzzerreissend schönen Satz auch wieder ein gefühltes Allegro molto Vivace, welches einem erinnert, dass man doch bitte diese Steuererklärung fertig ausfüllen soll. Buff.
Tränen trocknen. Und Hü !
Und ja: Hier der Link zum weinen.
Und wenn wir schon bei Steuern sind: ein grosses JA: CD kaufen (!) oder in irgendeiner Form Musik bezahlen
Der Himmel drückt
der Winter rückt
näher doch zuvor
tritt der Herbst durchs Tor
mit seiner Farbenpracht
sich ins Fäustchen lacht
Bald fallen die Blätter
der Nebel als Retter
die nackten Bäume umhüllt
Im Wald der Hirsch brüllt
sich die Kehle wund
zur späten Stund
Die nächtliche Strenge
treibt den Tag in die Enge
Ans Fenster klopft leise
auf seine Weise
der Regen sein
Lied und ich mein
Gedichtlein
reim.
katapultiert
in die Lüfte
umgeben von rosa Wolken
und Glückseligkeit
schwebend
taumelnd
gleitend
sausend
brausend
noch und nöcher
nah und näher
der Erde zu
Nase voran
ein sanfter Flügelschlag
und abheben
hoch hinauf
in den Wolken hängend
ein Versuch zu flattern
weiter gleitend
in den Lüften
Schwebend
über allem
nach unten sehend
die Erde sich drehend
die Winde mich tragen
weit und weiter
oh Glückseeligkeit!
Das Leben lässt mich nicht ruhen
Das Bewusstsein nicht schlafen
Jeder Atemzug ist mir ein Lebensbeweis
eine Portion Universum
Jede Berührung eine Berechtigung des Daseins
Jeder Augenblick ein Ergründen neuer Sichtweisen
Jeder Anblick eine Sicht in Tiefen und Fernen
Jeder Duft regt meine Sinne
Jeder Ton kitzelt die Hirnzellen
Musik streichelt meine Seele, meinen Körper, meinen Geist und mein innerstes; mein ich
Menschen bewegen mein Herz und machen mein Leben lebenswert
Steig auf!
Leine los!
Hiss die Segel!
Der Wind, ganz sanft
begleitet dich
auf deiner Reise
auf deinem Weg.
Der Kompass dein Herz
und deine Seel‘
in der Welt der unbekannten Abenteuer.
Bei Sturm ein paar Inseln Dir gewiss.
Die Sterne stehen gut
die Sonne scheint mild
der halbe Mond lächelt
für Dich!
Millionen
Emotionen
auf einen Schuss
im Überfluss
das Herz im Schritt
kommt nicht mehr mit
wohin ich soll
die Hände voll
mein Rucksack schwer
kein Packen mehr
die Bürde gross
so lass ich los
weit trägt‘s der Wind
wo andere sind
und Ruh‘ kehrt ein
die Gedanken fein
auf ihre Weisen
umkreisen
Millionen
Illusionen
Zerlegen Zerreden Zerpflücken Zerrupfen Zerkleinern Zerknüllen Zermalmen Zertreten Zerdrücken Zersägen Zerfleischen Zerfetzen Zerbeissen Zerschmettern Zerschlagen Zersteiten
Zuerst der Beat
der Bass
die unzähligen Clicks
die Unmöglichkeit still zu halten
die Sounds
die wiederkehrenden Harmonien
die übereinandergeschichteten Klänge
die Verführung abzuheben
die tanzenden Menschen
die lächelnden Gesichter
freudiges Gejauchze
Glücksmomente des Lebens