Leben

Nun sitze ich wieder mal auf meinem Sofa, eingemummelt in meinen Wollstrickmantel. Und bin ganz durcheinander. Was das Leben so alles mit sich bringt. Durch was einen das Leben alles hindurchführt. Wo man sich dann plötzlich im Leben befindet. Was einem das Leben alles für Aufgaben stellt. Wem man im Leben alles begegnet. Was einem diese Begegnungen alles mitgeben.

Wie einen der Körper durch dieses Leben begleitet. Von Anfang bis zum Ende. Mit einem wächst und zergeht. Einem Richtungen zuweist. Grenzen setzt und auf neue Wege leitet. Man ihn pflegen und hegen muss. Ohne sich es meist bewusst zu sein. Denn einem meist das Bewusstsein, also der Geist oder die Seele bewusst ist, und der Körper funktionieren muss. Und doch so fragil ist. Selbst von der Seele beeinflusst und mitleidend.

Was denn diese Seele eigentlich ist und warum sie so ist wie sie ist. Was sie beeinflusst, beflügelt, beglückt, beelendet, zermürbt und sogar zerstört. Was sie mit einem tut und man ihr antut. Warum man genauso wenig aus ihr entfliehen kann wie aus seinem Körper. Das grösste Erstaunen ist doch, was beide, Körper und Seele, zusammen aushalten können. Meist nicht aufgeben. Immer und immer wieder einstecken, heilen und weitermachen.

Jeder Mensch ist einzigartig. Und jeder ein ich mit seinem Körper. In seinem Körper. Mit ihm und seinen Genen geboren. Geprägt durch seine Umgebung. Vom ersten Atemzug bis zu seinem letzten.

Warum ich wohl in diesem Teil des Planeten zur Welt kam. Und warum ich wohl mit meinen Begabungen und meinen Schwächen auf die Welt kam. Meiner Energie oder eben nicht. Warum gerade dann und nicht zwei Jahre vorher. Wäre ich dann jemand anders?

Ich könnte jetzt noch weiter so nachdenken und nachfragen, aber da käme ich bis an mein Lebensende zu keinem Ende. Da setzte mein Leben meinen Lebensgedanken und Lebensfragen ein unvollendetes Ende.

Ich beende jetzt mal das unbeendete und beginne einen neuen Text. Manchmal wäre es einem drum, man könnte das mit seinem Leben auch tun.