Ich sitze schon wieder oder noch immer auf meinem Sofa, die Kirchenglocke schlägt Acht und mein Magen grummelt. Abendmusik. Mein Magen - wohl ein bisschen verwirrt von seinem Inhalt.
War ich doch am Freitag Nachmittag mit innerer Unruhe im Gemütlich-Modus und nahm mir vor, mein Gemüsewähen-Experiment eine Stufe höher zu schrauben, was soviel hiess, dass ich den Teig selber machte. Und zwar nicht mit Weissmehl sondern mit Urdinkel-Mehl. Sozusagen zwei Stufen höher. Und weil ich gerade in Experimentierfreude war, dachte ich mir, noch eine dritte Stufe zu erklimmen, nämlich indem ich den vielen Butter durch Entenfett, das hatte ich noch im Kühlschrank, ersetzen könnte. Scheinbar sei das sehr gesund, Omega 3 Blabla, las ich noch dazu im Netz. Fand zwar auch kein Teig-Rezept damit aber auch kein Abraten. Ihr ahnt schon ein weeneli und ich ahnte es auch. Aber ich wollte es wissen.
So rieb ich das Fett ins Mehl, es war ein wenig sehr fettig, aber eine Handvoll Weissmehl verhalf zur normaleren Konsistenz. Währenddessen der Teig kühlte, das muss so sein beim Mürbeteig, machte ich noch einen Urdinkel-Brotteig, ohne Entenfett zum Glück. Brav nach Anweisung. Warum er aber nach langem kneten und falten immer wie klebriger wurde, weiss ich bis jetzt noch nicht. (Warum ich nicht viel backe und auch nicht sehr gerne, weiss ich nach jedem Teig kneten und Backresultat.) Irgendwie bekam ich die „Spannung“ des Teiges doch noch hin und er wurde in die Schüssel gelegt. Auch der musste jetzt ruhen.
Abends, richtig entspannt nach meiner Kinesiotherapie, holte ich meinen Mürbeteig aus der Kühle und ging ans Auswallen, was überhaupt nicht klappte, zudem roch er gschpässig, aber er war ja auch noch nicht gebacken. So nahm ich die schon flachen Teigstückli und legte, presste, klebte sie aneinander in die Kuchenform, wie ein Puzzle, fragt euch nicht, wie lange ich da rumfummelte. Dann, endlich einigermassen anständig, musste er wieder in die Kühle und ich machte mich daran, den Belag vorzubereiten. Ich glaube um halb elf Uhr nachts war dann die Wähe fertig gebacken. Ein Prachtsexemplar. Spinat, Zwiebeln, Knoblauch, Speck, Chili und Greyerzer. Herrlich duftete sie. Der Teig perfekt knusprig. Dazu gab es Nüsslisalat, die ganz kleinblättrige alte Sorte. Ein Gedicht.
Nur leider fing die Ente nach ein paar Bissen im schön knusprigen Teig ein bisschen zu quaken an. Ein Achtel (meine Schüler:innen hätten damit die Notenwerte garantiert ein für alle Mal verstanden) der Wähe konnte ich grad noch mit Teig ertragen, dann quakte es in meinem Magen, und so ass ich den Belag ohne Teig weiter. Am anderen Tag landeten 7/8 des Teiges auf dem Kompost, und der Belag gestern und heute, eben jetzt in meinen vor Freude grummelndem Magen, mit Vollkorn-Makkaroni gemischt auf dem Teller. Herrlich!
Geht doch nichts über ein Teller Pasta!
