Es ist kurz vor fünf Uhr abends. Ich sitze gerade auf dem Sofa und warte, bis die Kaffeemaschine warm ist. Eigentlich sollte ich ja wegen meinen Restlesslegs so spät keinen Kaffee mehr trinken. In der Stadt ging ich aber am Gilgen vorbei oder eben nicht vorbei, sondern hinein, eine der noch wenigen alteingesessenen, feinen Bäckereien in Basel, und kaufte eine Faschtewaie, ein Streuselweggli und einen halben Russenzopf. Eigentlich viel zu viel. Aber wie das so ist, wenn man mit Hunger reingeht. Die Faschtewaie war zum gerade Essen gedacht, das Streuselweggli eigentlich für ich-weiss-nicht-wann, aber beides war, das Velo stossend, in 200m aufgegessen. Köstlich. Eigentlich sollte man ja im gehen nicht essen. Der Russenzopf, ich würde jetzt mal behaupten, der beste der Welt, wurde, kaum zu Hause angekommen, auch schon angeschnitten. Aber das nächste Stück wartet auf die Kaffeemaschine bzw. auf den Cappuccino. Eigentlich ist das nächste Stück, und überhaupt der Russenzopf schon zuviel, aber…
Anstatt hier auf dem Sofa zu sitzen, sollte ich eigentlich die Küche mal wieder anständig putzen, aber ein bisschen ruhen wurde mir von diversen Fachpersonen für meine Gesundheit empfohlen. Eigentlich sollte ich besser ein Buch lesen anstatt zu schreiben. Fast wäre ich vor dem Gilgen in den Bücherladen Ganzoni, um rumzustöbern und mir gute Literatur zu kaufen, aber bei mir warten noch Dutzende von ungelesenen oder angefangenen Büchern auf meine Aufmerksamkeit.
Hui scheint jetzt die Sonne schön unter den grauen Regenwolken durch auf mein Sofa. Eigentlich sollte doch dann einen Regenbogen zu sehen sein. Ich stehe auf und finde ihn, oder einen Teil davon, aus dem Küchenfenster hinaus blickend Richtung, wie könnte es anders sein, Schwarzwald.
Eigentlich hätte ich heute zu Serafino gehen sollen, aber dann hätte ich nicht Mittag essen können. Zudem hat es noch fest geregnet und da wäre ich klitschnass geworden.
Eigentlich sollte ich mich jetzt parat machen, damit ich noch im schönen Salon, denn ich habe Coiffeurtermin, gemütlich auf den Rhein sehend, lesen könnte, bevor ich dran bin. Aber es regnet gerade in Strömen.
Eigentlich könnte ich mit dem Bus gehen, aber wer weiss wann ich zurückkomme. Denn eigentlich habe ich später noch zum Tanzen gehen abgemacht. Mein neuer teurer Ohrenschutz mit Filter wurde heute fertig und wäre startbereit um ausprobiert zu werden. Doch eigentlich bin ich zu müde, und sollte ja ein bisschen mehr schlafen. Aber eigentlich würde meiner Seele das Tanzen mal wieder gut tun.
Eigentlich wollte ich heute mal alles gemütlich nehmen und ja keinen Stress haben, aber wie immer, vor lauter runterfahren und jetzt auf die Uhr sehend wird es nichts mit gemütlich sondern:
Hü-Chanti-Hü!
