Ameisen

Nun liege ich auf dem Bett unter meinem Bio-Bauwoll-Moskitonetz und fühle mich wie in den Ferien. Wobei ein bisschen unerholter.

Es ist hochsommerlich heiss hier seit Tagen. Von mir aus könnte es so weiter gehen. Aber Meteo Schweiz ist sich mit allen anderen Wettervorhersagen einig: Es soll wieder frischer werden.

Eigentlich habe ich das Netz für die Katz aufgehängt. Denn Mücken hat es momentan so ziemlich keine hier in Saint Louis. So trocken ist es. Aber am Mittwoch Abend ist mir eine um die Ohren geflogen, da läutete es bei mir Alarm und ich stieg spät nachts in den Keller, um das Netz aus dem Winterschlaf zu wecken. Damit mir ja keine zweite um die Ohren fliegt und ich gut schlafen kann. Und das kann ich. Inklusive mit Licht und offenen Fenstern nachts lesen. Keine Mücke hin oder her.

Dafür hat’s Ameisen. Ich las mal, dass sie im Frühjahr in die Wohnung kämen und sobald es draussen wärmer würde und sie dort Nahrung fänden, würden sie verschwinden. So liess ich sie gewähren und kaufte keinen Giftköder. Was da aber nicht stand, war das, was bei mir passierte. Nämlich dass sie anscheinend meine Wohnung wie ich unglaublich schön fanden und sich hier einquartierten. Somit sie jetzt zu tausenden aus ihren Quartieren schlüpfen und rumfliegen oder krabbeln. Nun musste ich meinen Insektengiftspray hervorgraben und die armen Ameisen totsprayen. Dieses Zeugs stinkt zudem grauselig nach pseudo-Lavendel und ich vom Gestank und der Ansicht dieses Gemetzels in mein Schlafzimmer unter mein Netz in Sicherheit floh. Ich muss wohl noch so einen Ameisenköder kaufen, denn mit diesem Spray gehen auch andere Insekten kaputt. Aber vielleicht nimmt es noch ein paar Kleidermotten, dann muss ich weniger Kleider flicken. Auch Essensmotten sind am fliegen.

Es ist der reinste Insektenzoo bei mir. Eventuell wäre das ein neues Business für die jetzige Generation Eltern, welche die Kids von Happening zu Happening schleppen:

Chanti‘s Insektenzoo. Inklusive einem Kiosk mit dem berühmten Zollicornet.